Grußwort

Plattart
5. Festival neue niederdeutsche Kultur
vom 27.2. bis 8.3. 2015

Es genüge nicht, zur Sache zu sprechen, man müsse zu den Menschen sprechen. Diese seinerzeit mutige Forderung hat der Lyriker und Aphoristiker Stanislaw Jerzy Lec den politisch und kulturell Verantwortlichen im Nachkriegspolen mit auf den Weg gegeben. Ihm ging es darum, die Menschen mittels Sprache dort abzuholen, wo sie stehen und sie zudem in ihrem Inneren zu erreichen. Grade mit Blick auf die Vermittlung traditioneller Kulturfertigkeiten sowie -güter, ist dieses Anliegen hoch aktuell. Und das ist auch der Abholpunkt, den die Organisatoren des fünften Festivals für Neue Niederdeutsche Kultur PLATTart gewählt haben. Den zahlreichen Akteuren und Förderern ist es ein Anliegen, vor allem über gelebte Sprache, aber auch über Musik, bildende Künste und spielerische Aktionen viele Menschen zu erreichen. Es geht ihnen darum, andere zu bewegen, plattdeutsche und niederdeutsche Kultur zeitgemäß zu erleben. Damit entdecken die Menschen zugleich auch ein Stück eigener kultureller Identität und können diese bewahren.

Es gilt das Niederdeutsche mit ungewöhnlichen und überraschenden Formaten in die Öffentlichkeit und das Lebensumfeld, vor allem auch junger Menschen, zurückzuholen. Das Land unterstützt deshalb zeitgemäße und qualitativ hochwertige Angebote wie PLATTart und Plattsounds und entwickelt diese mit den Landschaften und Akteuren vor Ort weiter. Über die politischen Grenzen hinweg haben alle Fraktionen des Niedersächsischen Landtages jüngst in einem gemeinsamen Antrag noch einmal mit Leben erfüllt, was die europäische Charta für Regional- und Minderheitensprachen zum Ziel hat: die Stärkung des Niederdeutschen als Teil unserer Kultur.

Ich wünsche den Organisatoren, den Akteuren, allen Einwohnerinnen und Einwohnern sowie Besucherinnen und Besuchern zwischen Oldenburg und Friesland, dass ihr Umfeld nicht nur für zehn Tage zu einer lebendigen ,PLATTopolis‘ wird.


Gabriele Heinen-Kljajic

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