Plattart
Festival neue niederdeutsche Kultur
1.-10.2.2013
Editorial

„Platt‘s da!“ lautet das Motto dieser Festival-ausgabe. Platt ist da! Das klingt frech, laut und selbstbewusst. Schließlich sprechen wir von einer Sprache, die hier zu Hause ist, länger als das Hochdeutsche. Aber angesichts einer bekanntlich schwindenden Zahl von Sprechern ist das Plattdeutsche keine Selbstverständlichkeit mehr. Wieviele Menschen in ihrem Alltag heute noch Platt benutzen, wissen wir nicht genau. Ohnehin verändern sich die vielen Platt-Dialekte, die über ganz Norddeutschland verteilt sind. Sie werden dem Hochdeutschen immer ähnlicher.
Dieser schnelle Wandel hat eine Reaktion ausgelöst und man stellt fest, dass es inzwischen wieder so etwas wie eine kleine Renaissance des Niederdeutschen gibt. Zumindest betrachten viele Menschen Plattdeutsch inzwischen anders als zuvor. Das liegt nicht zuletzt an den sprachenpolitischen Maßnahmen der Europäischen Union und des Landes Niedersachsen.
Aber Politik allein hält noch keine Sprache am Leben. Dazu gehört ein ganzes Bündel von Aktivitäten. Das kann mit Eltern beginnen, die sich entscheiden, ihre Kinder zweisprachig zu erziehen und hört beim immer wieder etwas verrückten PLATTart-Festival noch lange nicht auf.
Platz da! Auch so könnte das Motto von PLATTart lauten. Denn die Plattdeutschen setzen charmant die kulturellen Ellbogen ein und besetzen für 10 Tage mit vielfältigen Veranstaltungen ungewohnte Räume und Themen.
Seefeld, Bad Zwischenahn, Friesoythe, Cloppenburg und Oldenburg sind die Schauplätze kreativen Experiments, kostbarer Schätze und vor allem guter Unterhaltung. Selten Mögliches wie Lyrik und Jazz, extra Initiiertes wie die Filminstallation „Sprachraum, Niederdeutsch“ oder außergewöhnlich Schillerndes wie die PLATTgold Gala oder die 222-stündige Dauerlesung zeigen das weite Spektrum plattdeutscher Kultur. Darüber hinaus werden viele Veranstaltungen von und mit jungen Künstlern ordentlich frischen Wind bringen. Insgesamt fast 400 Mitwirkende freuen sich auf Sie.
Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen!
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Honne Dohrmann
Künstlerischer Leiter
